Länge zählt

25. Mai 2008 at 18:39 Hinterlasse einen Kommentar

Wie lang sollte ein Online Werbevideo sein?

Im Fernsehen sind 15 oder 20 Sekunden eine Menge Zeit – insbesondere, wenn Sie auf langweilige Art von einer Marke beansprucht wird, die ich nicht benötige (Pampers). Und wenn Sie mich von dem abhält, was mich gerade interessiert – ein Spielfilm oder eine Sportübertragung zum Beispiel.

Im Internet habe ich (von nervigen Popups mal abgesehen) die Wahl, ob ich mir ein Werbevideo ansehen will oder nicht. Ich habe mich per Klick entschieden, wenigstens ein klein wenig Ladezeit und einige Sekunden Aufmerksamkeit zu investieren, um zu sondieren, ob mich das Video nun wirklich interssiert – oder ob ich lieber weitersurfe.

Gelingt es dem Video in den ersten 5 bis 15 Sekunden, meine Aufmerksamkeit zu fesseln, bleibe ich gern weiter am Ball. Wenn Informationen und „story“ stimmen, Bild und Ton gute Qualität haben, und hier und da etwas informeller Mehrwert – Witz oder Emotion – rüberwächst, dann bin ich gern bereit, auch 90 oder 120 Sekunden zu investieren.

Viele sehen die Aufmerksamkeitsgrenze bei Webvideos bei 3 Minuten. In der Tat erscheint mir dies die absolute Obergrenze, die nur dann funktioniert, wenn der Videoproducer nicht selbstverliebt seine schönsten Shots recycelt, sondern erbarmungslos auf Redundanz verzichtet. Niemand will dreimal das Gleiche aus drei verschiedenen Einstellungen hören und sehen – dann gehen Spannung und Aufmerksamkeit flöten. Ich surfe, also bin ich (informiert) – wenn die Informationsdichte nachlässt, bin ich weg. Ein Klick und – tschüss!

Deshalb gefallen mir – je nach Sujet – 60 bis 120 sekündige Online Werbevideos am besten. Und je länger, desto höher muss der Anspruch sein, dass die „gefühlte Zeit“ nicht weit über eine Minute hinausgeht.

Denn spätestens, wenn das Video auch seinen Weg auf Handy oder andere mobile Endgeräte findet, ist eine Minute schon eine sehr lange Aufmerksamkeitsspanne. Das ist eine halbe Strecke zwischen zwei S-Bahnstationen, das ist ein Fünftel Zigarette – das ist häufig eher schnell mal zwischendurch.

Doch was tun, wenn das Thema so kompakt ist, dass zwei Minuten es nur anreißen? Das wesentliche Aspekte vertieft, ein bisschen profunder dargestellt werden müssen? Das vielleicht 8 oder gar 10 Minuten Länge nahelegt?

Dann empfehle ich interaktive Elemente innerhalb des Videos, die es navigierbar machen und mir als Nutzer wiederum die Wahl lassen, wie intensiv und wie lange ich mich mit den unterschiedlichen Aspekten des Themas befasse. Vielleicht interessiert mich die durchaus bewegte und an Innovationen reiche Firmengeschichte des Portraitierten die Bohne – aber seine Produkte sind gut. Oder über sein Serviceangebot hab ich lobende Worte gehört und möchte nun mehr erfahren.

Interaktive Videos können zu einem kleinen Bewegtbildkompendium wachsen – aber jedes gute Nachschlagewerk hat ein (oder mehrere) transparente(s) Ordnungssystem(e). Wenn dies auch beim 10 Minuten Werbevideo berücksichtigt wurde, wird der Zuschauer dies honorieren.

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Spots für alle Pre-Roll, Post-Roll, Middle-Roll – nix Rock’n’Roll

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