Text – die unterschätze Kraft im Videomarketing

Tal Rubenczyk, CEO der Retail-Onlineplattform Treepodia, brachte es in einem Gastbeitrag für Reelseo auf den Punkt: der Text eines Videos ist keineswegs akustisches Grundrauschen – er ist sein „Verkäufer“. Wie formulierte er so schön? „Ein Bild mag mehr sagen als tausend Worte. Aber ein gelunges Wort oder ein Satz kann Tausende von Dollars wert sein“.

Rubenczyk rät dazu, Texte, die zuvor beispielsweise für Produktbeschreibungen genutzt wurden, nicht einfach unkritisch aufs Video zu übertragen. Und betont, dass Texte helfen, ein Produkt zu positionieren und für unterschiedliche Zielgruppenattraktiv zu machen (sind die Tasten eines Mobiltelefons „kindersicher“ oder „supersexy“?).

Seine zwei wichtigsten Ratschläge. Erstens: Geben Sie dem Videobetrachter die gleichen Ratschläge und Nutzungsempfehlungen, wie sie es auch im Beratungsgespräch im Ladengeschäft tun würden. Und bringen Sie insbesondere Produkt- oder Servicedimensionen, die nicht gut im Bild gezeigt werden können – Rückgaberecht, Verfügbarkeit, Zufriedenheitsgarantie, im Text klar auf den Punkt.

Aus eigener Erfahrung und langjähriger Geschäftsführung eines Unternehmens, das sein Geld u.a. mit Hörfunk-PR verdiente, noch drei weitere eigene Tipps von mir:
• Versuchen Sie, den Text so simple wie nur möglich zu formulieren. Kein Fachchinesisch, wenig Fremdworte, aktive Sprache. Der Text soll auch dann noch verstanden werden, wenn ein Teil des Zuschauerhirns durch die Bildaufnahme beschäftigt ist – treten Bild- und Text-Botschaften in Konflikt, sinkt die Verständlichkeit rapide.
• Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Aussagen – nicht jedes Detail oder Feature ist es wert, Ihre Textbotschaft aufzublähen.
• Sie sind im Video, und nicht auf der Flucht – Hetze bringt gar nichts und wird die Verständlichkeit Ihres Textes verringern. Schnellzug-Aufzählungen sind genauso schnell vergessen wie aufgesagt!

31. März 2010 at 08:21 1 Kommentar

Sponsored YouTube-Videos – Google überträgt Erfolgsrezept auf YouTube

Neue Option für’s Videomarketing: Videos bei YouTube zu schalten

Von Google kennen und schätzen wir’s: die Adwords-Anzeigen, jene kleinen Inserate, die oberhalb und rechts der organischen Suchergebnisse angezeigt werden. Anzeigen, die sich (mehr oder minder) auf den gesuchten Content beziehen – Anzeigen, die schnellen Kontakt zwischen Kunde und Anbieter versprechen.

Dieses Erfolgsrezept überträgt Google jetzt auf YouTube. YouTube, längst zur zweithäufigst genutzten Suchmaschine avanciert, bietet künftig „sponsored Videos“, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren.

Voraussetzung sind ein bereits existierendes und auf YouTube eingestelltes Video sowie ein Google-Adwords Konto. Der Nutzer verknüpft YouTube und Adwords-Konten und erstellt dann eine Anzeige mit Bild, Anzeigentext und Suchwörtern. Diese (Display-)Anzeige wird dann neben den Suchergebnissen und im Bereich „ähnliche Videos“ angezeigt.

Bei SightseekerMedien haben wir bereits gute Erfahrungen mit Google-Videoanzeigen gemacht. Wir gehen davon aus, dass auch dieses neue Werbeformat sehr gut funktionieren wird. Denn für mich ist es wahrscheinlich, dass dieses bei Google weitgehend gelernte Format sich auch auf YouTube schnell durchsetzen wird. Die Frage ist nur, wie schnell😉

14. Oktober 2009 at 11:37 2 Kommentare

„Lernts erst a mal fülmen“ – Spot zur VJ-Ausbildung

NewsOnVideo macht mit einem wunderbaren Clip auf die kommenden Lehrgänge aufmerksam

Schon im März hatte ich auf die fundierte VJ-Ausbildung unserer österreichischen Kollegen von NewsOnVideo hingewiesen. Nun haben sie einen kurzen Clip als Teaser für den nächsten Kurs produziert – und der lohnt den Klick!

17. August 2009 at 13:12 1 Kommentar

Praxistipp-Videomarketing Nr.1: Video-Produktpräsentationen im Rahmen eines Messeauftritts

In loser Folge werde ich künftig im Rahmen dieses Blogs „Praxistipps Videomarketing“ veröffentlichen. Gestartet wird mit Video-Produktpräsentationen, die kostengünstig im Rahmen eines Messeauftritts entstehen können

Worum geht’s? Auf Messen präsentieren Sie Ihre aktuellsten und wichtigsten Produkte. Im Rahmen von am Rande der Messe produzierten Video-Produktpräsentationen stellen Sie diese so vor, wie sie diese auch Ihren Messebesuchern vorstellen würden.
Warum ist das sinnvoll? Für einen Messestand, der Ihre Unternehmens-CI widerspiegelt und die wichtigsten Vertriebs- und Präsentationsthemen bündelt, gibt Ihr Unternehmen nennenswerte Summen aus. Warum sollen diese nach wenigen Tagen Messepräsenz Geschichte sein? Begreifen Sie Ihren Messestand als eine Art firmeneigenes TV-Studio – in Ihrer CI, mit Ihren Produkten, mit Ihren Slogans und vielleicht auch mit Ihren Events (Promotoren etc.). Nutzen Sie diese Investition über den Messetag hinaus, indem Sie die relevanten Themen Ihrer Messepräsenz im Rahmen von Video-Produktpräsentationen festhalten.
Wo und wie kann man’s nutzen? Eine Video-Produktpräsentation
• verschicken Sie bei künftigen Produktanfragen mit ihren Angeboten als Video-PDF an Ihre Kunden
• platzieren Sie im Rahmen Ihrer Produkt- und Servicebeschreibungen auf Ihrer eigenen Website,
• können Sie möglicherweise auch auf der Website der Messe platzieren („virtuelle Messe“)
• übermitteln Sie an Fachportale/-zeitschriften und Blogs aus Ihrem Fachgebiet – Bewegtbildmaterial wird gern genutzt (wenn es nicht allzu werblich, sondern eher informativ daher kommt)
• distribuieren Sie bei geeignetem Thema über die großen Videoplattformen. Ganz wichtig: Noch lassen sich viele Themen mit Videos „besetzen“ und erzielen so bei Google-Suchen gute Platzierungen im Rahmen der Suchergebnisse!
• nutzen Sie ggf. für Landingpages oder Video-Ads im Rahmen Ihrer Vertriebsaktivitäten
• übermitteln Sie an Ihre Vertriebspartner, die diese Beiträge dann ihrerseits in ihren Webaufritt oder die Kundenansprache integrieren.
Wo und wie wird produziert? Die Video- Produktpräsentation wird auf Ihrem Messestand produziert, möglicherweise außerhalb der Publikums-Öffnungszeiten, meist in Form einer O-Ton-Reportage. Varianten sind eine Interviewsituation (Interviewer sollte Zielgruppennähe/Fachkompetenz ausstrahlen) oder ein Livecast (empfehlen wir nur in Ausnahmefällen). Auch die Auftritte von Promotoren können mitgeschnitten werden, wenn ausführliche Produktvorstellungen dokumentiert und später im Web vorgehalten werden sollen.
Worauf ist zu achten? Verzichten Sie auf blumige aber unkonkrete Allgemeinplätze, seien Sie konkret, präzise und authentisch. Deshalb empfehlen wir eine direkte Ansprache im O-Ton durch Geschäftsführer, Vertriebsleiter oder Entwicklungschef. Beschreiben Sie in wenigen knappen Sätzen, für wen das Produkt/der Service geeignet ist und welche Vorteile geboten werden. Wir unterlegen Ihr Statement mit Bildern Ihres Produkts oder seiner Anwendung. Streben Sie ein Länge von maximal 90 Sekunden an (im Rahmen von Video-Ads < 40 sek.) – eine solche Produktpräsentation ist keine Bedienungsanleitung, sondern eine konkrete Vorteilsargumentation.

10. August 2009 at 20:32 Hinterlasse einen Kommentar

Video verdoppelt Verweilzeit bei Onlineanzeigen

Zählt wirklich immer nur die CTR? Die internationale Crossmedia-Agentur Eyeblaster siehts anders. Und findet gewichtige Argumente für den Einsatz von Video in Onlineanzeigen.

Vor dem Hintergrund, dass Klickraten (CTR = click through rate) in den vergangenen Jahren immer mehr zurück gehen, stellte sich die internationale Crossmedia Agentur Eyeblaster die Frage, ob CTRs der alleinige Maßstab für die Beurteilung von Onlineanzeigen sein sollten. Schließlich ist das Internet das einzige Medium, bei dem mit dieser Elle gemessen werden kann – bei TV, Print oder Hörfunk sind es Reichweiten und Aufmerksamkeit, die in die Waagschale geworfen werden.

Folglich ging es Eyeblaster um Aufmerksamkeit. Hatte doch Comscore kürzlich ermittelt, dass Onlinenutzer, die zuvor Displayanzeigen eines Herstellers im Internet gesehen haben, im Folgemonat 50% mehr Zeit auf seiner Website verbringen und sich auch 50% mehr Seiten in seinem Webauftritt anschauen.

Eyeblaster untersuchte für diese Studie 42 Milliarden „rich media impressions“ in diversen Formaten rund um den Erdball. Die von September 2008 bis März 2009 erhobenen Daten wurden hinsichtlich der Zeit, da die Maus des Nutzers über eine Anzeige stand, hinsichtlich der Betrachtungsdauer eines vom Nutzer gestarteten Videos oder anderen nachvollziehbaren Interaktionsformen mit der Anzeige ausgewertet.

Die wichtigste Aussage: Es ist rund 25mal wahrscheinlicher, dass sich Anwender vorsätzlich mit einer Anzeige beschäftigen, als das darauf klicken.

Und die aus unserer Sicht wichtigste Aussage: Ein Video erhöht die mit der Onlineanzeige verbrachte „vorsätzliche“ Rezeptionszeit um 200% in den USA und immerhin noch um ca. 100% im Rest der Welt. Diesen Unterschied begründen die Autoren mit der bereits fortgeschrittener Videorezeption in den USA und vermuten, dass andere Region nachziehen werden.

Unsere eigenen Erfahrungen bei SightseekerMedien, etwa mit den Rezeptionserfolgen unserer Videovisitenkarte, belegen diesen Trend. Verglichen mit reinen Textanzeigen oder auch gestalteten Bannern sind Mouse-Over-Raten, aber auch Abspielraten und letztlich die Click-through-Rates bei eine Videoanzeige um ein Vielfaches höher.

26. Juli 2009 at 19:34 Hinterlasse einen Kommentar

Google Universal Search: Video Ergebnisse gewinnen weiter an Bedeutung

Der Linkvendor-Blog analysiert: Schon jedes 150. Google-Suchergebnis ist ein Video

Schon vor ein paar Wochen hat Marcus Tober von Searchmetrics in seinem Linkvendor-Blog eine aktuelle Analyse der Google Blended Search (auch Universal Search genannt), vorgelegt. Für andere Laien wir mich: die Blended Search ist die gemixte Darstellung von Text-, Video-, Bild-, Map-, Shop-, News- und Blogsuchergebnissen.

In seinem lesenswerten Beitrag Steigende Relevanz der Google Blended Search kommt er u.a. zu folgenden Ergebnissen:

• der Anteil der Videos an Google-Suchergebnissen stieg im April auf 0,671% an – damit war etwa jedes 150. Suchergebnis ein Video. Zum Vergleich: etwa jedes 350. Suchergebnis war entweder ein Maps- oder Shoppingergebnis, etwa jedes 475. ein Bild.

• Aus meiner Sicht noch wichtiger: Für jede dritte Suchanfrage wird mindestens ein Video unter den Ergebnissen der ersten 10 Seiten gefunden (bei jeder 16. Anfrage mindestens ein Maps-Ergebnis).

• Und: die Anzahl der Blended Search-Suchergenisse hat sich seit Dezember 2008 auf nunmehr 0,8% annähernd verdoppelt. Das klingt nicht viel, doch bei fast 40% aller von Tober gemessenen Keywords kommt mindestens ein Blended Search Ergebnis vor.

Für mich bestätigen diese Analysen: Je mehr die Universal Search kommt, desto wichtiger ist es für Unternehmen, auch mit eigenem Videomarketing im Web präsent zu sein. Über die Suchergebnisse wird sich schon bald ein Druck aufbauen, auf den so manches Unternehmen hektisch reagieren dürfte.

Wie hatte Tober doch in einen älteren Beitrag zum gleichen Thema aus dem vergangenen Dezember so schön resümiert? „Also baut euch ein schallisoliertes Studio mit ner guten Cam und fangt an Videos zu produzieren.“ Wir von SightseekerMedien könnten da auch helfen😉

28. Juni 2009 at 18:33 Hinterlasse einen Kommentar

Service statt Content

Randnotizen vom heute zu Ende gegangenen Zukunftskongress Forward2Business in Halle

Zwei Tage, und wieder sind alle Kongressteilnehmer zufrieden. Trotz des gestrigen Regentags konnte der normalerweise (so auch heute) open air stattfindende Zukunftskongress „Forward2Business“ von Sven Gábor Jánsky wieder seine rund 200 Teilnehmer begeistern – diesmal zum Themenkomplex Störung/Grenzverletzung mit Schlagworten wie Rulebreaker, RuleMaker und RuleTaker.

Aus dem offiziellen Programm möchte ich nur drei Beiträge ansprechen, die meine Mühlen bewässerten. Zum einen die Präsentation Harald Blumenauers, ehemals Mitglied der Geschäftsleitung von Immobilienscout24 und 2007 mit seinem Grenzverletzer-Startup „iMakler“ gestartet. Was ist daran so besonders? Immobilienvermarktung zum Festpreis: für die Lowcost-Pauschale von 995,- € nimmt iMakler Immobilien in die Vermarktung auf, inklusive Besichtigung, Bewertung, Immopräsentation und Medienveröffentlichung etc. Transparente Leistung zum festen Preis – das schätzen auch immer mehr Immobilienverkäufer (und vor allem Käufer, die dann provisionsfrei erwerben!).

Ähnlich geht die Quirin Bank vor, auf dem Kongress vertreten von Kathrin Kleinjung (Leiterin Unternehmenskommunikation). Die Bank erbringt ihre Services in der Vermögensverwaltung nicht auf Provisionsbasis – alle erhaltenen Provisionen werden an den Kunden rückerstattet – sondern auf Basis einer Kombination aus Festpreismodell (75 € pro Monat) und Erfolgsbeteiligung. Läuft das Depot des Kunden nicht, gibts keine Erfolgsbeteiligung – andere Banken verdienen an jeder noch so unsinnigen Transaktion, die sie ihren Kunden reindrücken (besonders gern gesehene Kunden sind bei solchen Old-School-Banken die sogenannten „LEOs“ – Leicht Erreichbare Opfer…).

Regelmäßige Leser meines Blogs wird meine Begeisterung für diese beiden Modelle nicht wundern, schließlich bieten auch wir Videoproduktion zum günstigen Festpreis an und brechen damit einige Regeln, die bisher in der Bewegtbildproduktion galten.

Das dritte gute Laune Statement brachte Patrick Warnking, Head of Public, Media & Entertainment bei Google Deutschland. Es lautete kurz und knapp: Unternehmen kommen an einer Videostrategie nicht vorbei. Google-Trefferlisten, die nicht mehr nur Text, sondern auch Videofundstellen anzeigten (=universal search), seien nur noch eine Frage der Zeit. Und damit gehört neben dem textorientierten Suchmaschinenmarketing auch das Videomarketing als Pflichtfach in die Unternehmens- und Produktkommunikation. Also: Aufgewacht!!!

Forward2Business ist für mich der wohl kommunikativste Kongress in Deutschland (Kompliment an Sven Gábor Jánsky und seine Mitstreiter!), deshalb möchte ich auch ein Schlaglicht auf die Diskussionen abseits der Panels in kleinen Gruppen werfen. Was ist Content noch wert? Wie müssen Contentanbieter vom Verlag bis zur Nachrichtenagentur, vom Portal bis zum Verzeichnismedium reagieren?

Meine Gesprächspartner waren sich weitgehend einig in einer eher skeptischen Beurteilung des Werts von Contents – vielleicht mit Ausnahme eines „zertifizierten“ oder auch „trusted“ contents. Aber längst sind Tweeds, Blogger und Soziale Netze schneller als Nachrichtenagenturen, in der Regel umsonst und nahezu überall verfügbar. Wie sollen dagegen Geschäftsmodelle bestehen, die oft Stunden für die Aufbereitung, und zusätzlich viele Stunden, manchmal Tage, für Druck und Distribution benötigen? Und bei denen nur ein Bruchteil der Gesamtkosten dieses Systems der eigentlichen Informationsgewinnung und -verifizierung dient?

Die einzig allgemein akzeptierte Antwort hieß: Service. Service für Leser/Zielgruppe, aber auch verbesserte, vielleicht ganz neue Services für Inserenten. So manch heilige Kuh wird dabei geschlachtet werden (Tageszeitungen müssen täglich erscheinen, Telefonbücher müssen gedruckt werden, unser Content muss uns gehören – selbst die: Information und Werbung sind grundsätzlich zu trennen). Am Ende stehen vielleicht gattungsübergreifende Medienmarken, die gleichzeitig Text und Bewegtbild, Nachricht und Nachschlagen, Zielgruppenqualifikation und Kundenansprache bieten.

Ein derartiger Umbruch erschient vielen unvermeidlich. Deshalb sollten die Traditionsmedien schnell damit beginnen, das jetzige Geschäft zugunsten eines neuen zu zerstören – sonst werden am Ende sie selbst zerstört.

17. Juni 2009 at 21:57 Hinterlasse einen Kommentar

Ältere Beiträge


Neueste Beiträge

Kategorien