Archive for Februar, 2009

Wird Flash zum Standard für Mobilevideo?

Adobe gibt Gas, um die nächste digitale Bioshäre für Flash zu erobern: mobile Endgeräte

Im Umfeld des kürzlich in Barcelona ausgerichteten Mobile World Congress kündigte Adobe Maßnahmen an, die Flash als Standard für Handies und Smartphones etablieren dürften. Damit entfallen mittelfristig Barrieren, die heute noch die Portierung von Video auf oft Dutzende von Endgeräten zum wirtschaftlich unattraktiven Unterfangen werden lassen.

Adobe wll einerseits eine neue Distributionsmethode für Flash Lite (dem mobilen Flash) und entsprechende Applikationen anbieten. So soll Entwicklern die leichtere Portierung ihrer Anwendungen auf die Endgeräte der Nutzer bei gleichzeitiger Verbreitung der neuesten Flashversionen gelingen. Das System kann bereits mit Windows Mobile und Nokia S60 Geräten getestet werden.

Zum anderen tun Adobe und Nokia 10 Mio. US$ in den Topf, um Entwickler zu fördern, die Nokia-kompatible Flash- oder AIR-Anwendungen prgrammieren.

Nokia, Windows Mobile, Palm – die mobile Flash-Allianz bringt sich in Stellung. Ein kurzer Blick ins “stationäre” Web genügt, um zu erkennen, dass Video im Web ohne Flash noch im digitalen Mittelalter wäre – ob YouTube und Epigonen, ob Webrabdios oder IPTV: Flash ist allgegenwärtig. So überzeugend Quicktime technisch sein mag – Flash ist halt der Igel (“Ik bin all da”), der listiger als der schnelle Hase ist.

Deshalb bin ich überzeugt davon, dass Flash als Standard bei mobilen Devices ein wichtiger Katalysator bei der Nutzung und Verbreitung von Videos sein wird – viel wichtiger als das iPhone. Das iPhone hat zweifelsohne vorgemacht, wohin die Reise gehen kann – wenn sich Apple aber weiterhin Flash verweigert, dürfte die Karawane am Ende ohne Apple weiterziehen.

25. Februar 2009 at 22:50 1 Kommentar

Wann kommen unabhängige Crossmedia-Berater für KMUs?!?

Wer berät kleine und mittlere Unternehmen in der sinnvollen Verwendung ihrer Werbebudgets?

Früher war alles ganz einfach (z.B. fingen leicht ergraute Blogger ihre Beiträge nicht mit “früher” an – da gab’s nämlich noch keine Blogs). Früher hatte man seine Werbeagentur, vielleicht bei kleineren Unternehmen auch nur seinen Grafiker, und die machte eigentlich alles, was man sich in Sachen Werbung vorstellen und leisten konnte. Ab und zu besuchte einen der Vertreter der örtlichen Tageszeitung oder der GelbenSeiten, und wenn man ganz mutig war, buchte man auch mal einen kleinen Kinospot oder Großplakate.

Aber heute?

Heute machen schon sehr kleine wirtschaftliche Einheiten differenzierte Werbung, weit über Handzettel hinaus. So treten selbst Currywurstbuden mit 1a-CI und ausgefeiltem Werbekonzept an, kombinieren spezialisierte Shops lokale Promotions und überregionale (manchmal internationale) Kundenanprache per Internet. Die Medienwahl von Autoaufkleber bis Videowerbung, von Adwords bis Newsletter oder von Anzeige bis Plakat ist schier unerschöpflich (meist im Gegensatz zum Budget).

Aber wer hilft denn nun den Kleinbetrieben vom Autohandel bis zur Zoohandlung, vom Arzt bis zur Zementfabrik? Nichts gegen kleine Agenturen oder Grafikbüros – aber sie sind halt nicht nur Berater, sondern auch Produzenten (von Werbemitteln). Und so sind sie genauso darauf bedacht, ihre Maschinerie am Laufen zu halten, wie die Außendienstler von Verlagen, die – wie bei Telefonbüchern und GelbenSeiten – mittlerweile oft ein bemerkenswertes crossmediales Angebot bieten können, dies aber eben auch interessensgebunden tun.

Wann also kommen unabhängige Crossmedia-Berater für kleine und mittlere Unternehmen? Vielleicht, wenn genau diese Unternehmen erkennen, dass ihr Budget nichts wert ist ohne eine adäquate Platzierung. Dass die Auswahl von Werbemitteln und -medien mittlerweile extrem komplex ist – und (eigentlich) einen Spezialisten erfordert. Einen Spezialisten, den am besten der bezahlt, der für sich das optimale Ergebnis sicherstellen will.

Also der Werbetreibende.

24. Februar 2009 at 19:12 Hinterlasse einen Kommentar

YouTube: Immer mehr Erfolg mit Videowerbung

YouTube verkauft mehr Videowerbung an eine größere Zahl namhafter Inserenten

Wird sich die YouTube-Akquisition für Google je in Wert setzen? fragen sich auch Jahre nach dem Deal Kommentatoren und Analysten. Doch das Bohren dicker Bretter scheint sich für den Suchmaschinengiganten zunehmend auszuzahlen.

Wie Rory Maher von PaidContent unter Bezug auf den Piper-Jaffray-Analysten Gene Munster berichtet, steigt bei YouTube die Zahl der Verkäufe bei Instream-Videowerbung. Gleichzeitig gewinnt YouTube weitere “Big Player” unter den Werbetreibenden.

Bei den Vergleichen einer Februarwoche mit den Vormonaten zeigt sich folgender Trend:
• 72 Prozent der gezeigten Videoads waren In-Videostreams – verglichen mit 52 Prozent im Januar und 63 Prozent im Dezember.
• Zu den neuen Inserenten gehörten z.B. Verizon, Adidas, Xbox, Disney, Kraft und Chevy.
• 12 der Top100-Videos waren als Promotion gekennzeichnet, darunter welche von Mercedes-Benz und Microsoft.
• 29 Prozent der Videos zeigten Videowerbung versus 25 Prozent im Januar und 30 Prozent im Dezember.

Einhergehend mit dem Angebot kostenpflichtiger Videodownloads scheint es, dass YouTube doch nach und nach Erlösquellen rund um seine Bewegtbilddominanz aufbaut…

22. Februar 2009 at 22:16 1 Kommentar

12seconds: Der Video-Twitter

Twitter, die nach wie vor rasant wachsende Heimat der Microblogger, sammelte kürzlich 35 mio. $ Funding ein – und das in Zeiten der Krise. Nun tritt 12seconds auf den Plan und übersetzt das Konzept auf Vlogs (=Videoblogs).

12sec

Ein Startup, das sympathisch daherkommt (“funded by burritos”) und eine Menge Potential hat: 12seconds aus Santa Cruz (Kalifornien). Mit 12sekündigen Mini-Videobotschaften wird das von Twitter bekannte Konzept des Microbloggings aufs Medium Video übertragen – und das schon im Betastadium sehr überzeugend.

Ob vom Handy, aus der 12seconds-eigenen Aufnahmefunkton oder als Upload bestehender Videofiles – der Weg zur eigenen Video(kurz)botschaft ist schnell und einfach. Und auf den 12-Sekunden-Gedankenblitz kann die Welt per integrierter Buddylist oder per Widget in Blogs und sozialen Netzen aufmerksam gemacht werden.

Und schon nutzen alle paar Minuten die Earlyadopters diesen Service. Von künstlerisch anmutenden Miniaturen bis zur Positionsmeldung aus dem Vorortzug, von der Sportübung bis zur Hausmusik reicht das Spektrum. (Übrigens sind recht viele Kamine in den Videos zu sehen. So ist mal nicht davon auszugehen, dass die bisherigen Nutzer an der Armutsgrenze leben…)

Das “nächste große Ding”? Dave Parrack von webtvwire ist sich nicht ganz sicher. Nach wie wollen viele Nutzer im Web oder anderen sozialen Netzen lieber anonym bleiben und nicht Nase zeigen. In der Tat haben etliche der 12Sekünder bisher halbwegs anonymen Charakter.

Ein weiterer Beleg zur Audiovisualierung unserer Kommunikation ist’s allemal.

22. Februar 2009 at 14:07 1 Kommentar

Nix Neues bei NewTV

Der Hamburger newTV-Kongress am 19. 2. 09 enttäuschte viele Teilnehmer

In Hamburg hat man ein schönes, plakatives Wort für diese ganze IPTV, WebTV und Wie-auch-immer-Digital-TV gefunden: “newTV”. Dafür hat der seit Jahren aktive und sehr fleißige Förderverin der neuen Medienwirtschaft – der Hamburg@work e.V. um Uwe Jens Neumann – eine eigene Fachgruppe mit über 250 Teilnehmern und breit gefächtern Aktivitäten aufgestellt. Es gibt innovative Förderprogramme vom Senat mit bis 100.000 € Projektförderung, Fachgruppen, Kommunikation, Austausch und Beratung.

Umso bedauerlicher, dass der newTV-Kongress vom 19.2., der Akzente für die junge Branche setzen sollte, in den Augen vieler Teilnehmer die Erwartungen nicht erfüllte. Vielleicht hatte man diesmal einfach kein Glück mit Referenten, die von unverhohlenen Eigenwerbevorträgen bis zu schlecht präsentierten oder inhaltsarmen Vorträgen alles das im Gepäck hatten, was man als zahlender Teilnehmer eben nicht unbedingt hören will.

Vielleicht ist nach knapp zwei Jahren Sondieren, Ausprobieren und Philosophieren bei vielen Insidern die kühne Phantasie einer nüchternen Einschätzung gewichen, wie z.B. bei Klaus Ebert von AS Digital TV, der in Sachen Inhalt und Prösentation zwar zu den löblichen Ausnahmen des Kongresses zählte. Aber auch er äußerte sich weniger strategisch/perspektivisch als eher operativ, Tenor: “Wir verdienen zwar noch kein Geld, aber ich bin sicher, in ein bis zwei Jahren werden wir es tun”. Dafür ist eine klare Herausforderungen zu meistern, und die ist mit einem Wort beantwortet: REICHWEITE. Eine kleine Andeutung zu den Überraschungen von morgen machte er dann doch – anscheinend will man die kreativen Ergebnisse aus der jüngsten Bild.de-Akion, in der die Leser aufgerufen waren, eigene Markenwerbspots zu gestalten, demnächst mal auf ebay versteigern – man darf gespannt sein.

Ein kleines Highlight war immerhin die Diskussionsrunde „Going newTV – who pays the bill?: Monetarisierungsstrategien und Geschäftsmodelle für Bewegtbildinhalte” mit den Teilnehmern Ingo Wolf von GRID-TV, Frederic Komp von BRAINPOOL, Jean-Pierre Fumagalli von smartclip und Peter Christmann als Beirat und Berater von stream5.

Zwar hatte auf die gestellte Grundfrage niemand so recht was zu sagen, aber immerhin kamen ein paar bedenkenswerte Statements auf den Tisch. Ein paar davon klangen ungefähr so:
• “Die Unternehmen sollten nicht als erste die Frage nach Monetarisierungs-, sondern erstmal nach ihrer Produktstrategie stellen” (Jean-Pierre Fumagalli);
• “Sowohl auf Anbieter als auch auf Kunden-/Nachfrager-Seite prägt das urspüngliche Geschäftsmodell des agierenden Unternehmens seine Aktivitäten im newTV – es fehlen oft die wirklich passenden Inhalte” (also: ein Verlag agiert zunächst mal wie ein Verlag, ein Autohersteller wie ein Markenunternehmen etc., kaum einer wie ein dem newTV verpflichteter Anbieter – Ingo Wolf);
• Und Peter Christmann hob zum big picture an: Er sieht keinen Weg zurück – die “Gesellschaft audiovisualisert sich” – trotzdem sieht er uns noch im “Neolithikum des Videomarketings”.

Nun – seit der Jungsteinzeit sind gut 7500 Jahre vergangen. In denen gab es auch nicht jedes Jahr einen Kongress zum Fortgang der Menschheitsgeschichte. Vielleicht verdient auch das newTV einfach mal etwas Zeit, in der jeder seinen Job macht und in der das Operative und nicht das Perspektivische im Vordergrund steht. Und dann reicht ein Get-together, damit man mal einen Kaffee zusammentrinkt und die üblichen Verdächtigen trifft – es muss ja nicht gleich ein eigener Kongress sein.

21. Februar 2009 at 15:17 Hinterlasse einen Kommentar

Deutschland kriegt viereckige Augen – 3 Mrd. Onlinevideos im Dezember

Nun liegen auch für die Onlinevideo-Nutzung in Deutschland aktuelle Comscore Zahlen vor – allein im Dezember 3 Mrd. Views von 28,5 Mio. Nutzern

Wir Deutschen sind eben doch fleißiger. Schauten die Amis im Dezember grade mal 96 Videos pro Nase, haben wir uns glatt 118,8 Onlinevideos reingepfiffen – oder rund vier am Tag. So jedenfalls die nun vorgelegten Comscore-Zahlen über die Nutzung von Onlinevideos in Deutschland im Dezember 2008. Die Zahl der deutschen Onlinevideo-Nutzer in Höhe von 28,5 Mio. steigerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 10%.

Weit überdurchschnittlich gewannen die Googlesites – d.h. zu 98% YouTube. Sie konnten in 12 Monaten 48% Wachstum verzeichnen und erreichten 19,4 Mio. Nutzer. Wobei sich auch die deutschen Sites nicht schlecht schlagen: so wächst ProSieben um 37% auf 6,5 Mio. Nutzer, RTL sogar um 160% auf knapp 4,1 Mio. Nutzer und die Axel Springer Sites schaffen mit knapp 1,6 Mio. Nutzer erstmals den Sprung in die Top Ten. Bezüglich der abgerufenen Videos hat ASV die Top Ten noch nicht erreicht – wohl aber Sport1, deren Zuschauer immerhin 33,8 Videos abgerufen haben. Auf solche Werte kommen die anderen Deutschen nicht – ProSieben lieferte im Schnitt 9,7 Videos pro Zuschauer ab, RTL 8,4.

In Summe haben 77,1% der deutschen Internetnutzer auch Onlinevideos betrachtet. Alle zusammen konsumierten 233 Mio. Stunden Videocontent . Und der nächste Trend kündigt sich schon an: Immerhin 3,9 Mio. Mobilfunknutzer (davon knapp die Hälfte – 47% – unter 25 Jahren alt) schauten auch auf ihrem Handy TV- oder Onlinevideos.

20. Februar 2009 at 00:13 Hinterlasse einen Kommentar

3,85 Mio. $ für YP.com

Kurze Domains zahlen sich aus – zumindest für den bisherigen Inhaber der Domain “YP.com”. Das Kürzel für “YellowPages” war bis Ende 2008 im Besitz von LiveDeal (zuvor YP Corp.), einer Firma, die online Kleinanzeigen und Businesslistings kombiniert. TechCrunch berichtete kürzlich, dass diese Domain nun für 3,85 Mio US-$ an die AT&T-Tochter YellowPages (einer der US-GelbenSeiten-Anbieter) verkauft wurde.

Die Bewertung dieser Domain spiegelt den hohen Stellenwert wider, den amerikanische Verzeichnismedien ihren Onlineangeboten – nicht zuletzt aufgrund der steigenden Bedeutung von Onlinevideowerbung – beimessen.

14. Februar 2009 at 13:51 Hinterlasse einen Kommentar

Video regiert in der Kultur der Bildschirme

Randall Stross fragte sich kürzlich in der New York Times, warum das Fernsehen in der Welt der Bildschirme immer noch Zuwächse erzielt

Ein lohnenswerter Klick führt zur NewYorkTimes vom 7.2. Warum rennen Buch- und Zeitungsverlagen die Leser weg, während sich der Fernsehkonsum behauptet?

Im dritten Quartal 2008 sah der typische amrikanische Haushalt lt. Nielsen 142 Stunden pro Monat fern, 27 Stunden wurden vor dem Internet verbracht. Binnen eines Jahres waren das Zuwächse von 5 (TV) und 1,5 Stunden (Web). Der durchschnittliche US-Haushalt zählt 2,7 Personen, aber 2,9 TV-Geräte. Und die Allgegenwart der Bildschirme führt dazu, dass 31 % der Webnutzung beim laufenden Fernseher erfolgt. Und noch eins: 100 Millionen US-Handys sind bereits für Video geeignet.

Stross stellt eine gewagte, aber keineswegs abwegige These auf: Ein Wendepunkt in der Kokurrenz von Print und Screen sei überschritten. Die Konsumenten verzichteten zusehends auf Zeitungen und Bücher, weil der “Textmodus” unregelmäßig genutzt und deshalb als Last empfunden werde. Sie zeigten mittlerweile eine klare Präferenz für die gestaltete Videoerfahrung, wie sie sich auf Bildschirmen abspielt – und vom Nutzer nur passive Hinwendung erfordere.

Die Ausweitung der Bildschirmkultur bedeute weit mehr, als Texte von gedruckten Seiten auf Monitore zu übertragen. Sie bedeutet vor allem weniger Text, mehr Video, weniger lesen, mehr hinschauen – online wie offline.

Wie meinte kürzlich ein Geschäftspartner zu mir? Ein Jahrtausende altes Provisorium verliere halt an Bedeutung. Was mit der Keilschrift begann, sich über Buchdruck und textbasiertem Web ausweitete – die Schrift – ist ein Auslaufmodell.

In der Kultur der Bildschirme, so schließt auch Stross, regiert das Medium Video.

13. Februar 2009 at 01:03 Hinterlasse einen Kommentar

Davos, TED: Onlinevideos für mehr Partizipation – oder für besseres Marketing?

Einige der Topsummits dieser Welt gehen per Video in die Onlinewelt – so das World Economic Forum in Davos oder die US-amerikanische TED-Conference in Long Beach. Vorbild auch für kleinere Konferenzen?

Wer kann schon von sich sagen, dass seine Videos über 100 Millionen mal abgerufen wurden? Die TED (=Technology, Entertainment, Design) tut’s: Unter ted.com/talks kann sich jeder Interessierte die Vorträge heraussuchen, die ihn aus den TED-Konferenzen der letzten Jahre interessieren und diese als Videostream abrufen. Schon in Kürze soll dieser kostenfreie Service erweitert werden – auf alle TEDs der letzten 25 Jahre, und in mehrere Sprachen untertitelt.

(Noch) nicht ganz so erfolgreich, aber ähnlich konzipiert sind die Streams vom World Economic Forum in Davos, die in diesem Jahr erstmals als eigener Kanal auf YouTube gehostet wurden. Dass die “besten” Streams knapp einhunderttausend mal gezeigt wurden – viele dümpeln im Bereich von ein paar Hundert Abrufen –, erreicht noch nicht ganz die Intensität der TED-Videos – aber der Kanal ist ja auch erst rund zwei Wochen online.

Partizipation? Marketing? Erweiterung des Geschäftsmodells? Bei der TED gelten alle drei Aspekte, beim WEF sind es zumindest die ersten beiden. Niemand kann sich beschweren, gratis eine Information oder Präsentation zu erhalten, die “live” by invitation only und nur zum Preis von 6.000 US-$ zu haben ist.

Wobei gerade die TED sehr findig ist, die Wertschöpfung hinter diesem Service als neue Einnahmequelle zu nutzen. Ich habe selbst in neunziger Jahren einige TEDs erlebt, und schon damals wurden die begrenzten Platzkapazitäten im Auditorium durch Übertragung in Nebenräume erweitert – sogenannte “Simulcasts”. Mittlerweile überträgt die TED ihre Konferenz auch an Simulcast-Rooms in anderen Städten, z.B. Aspen oder in diesem Jahr Palm Springs. Dort trafen sich 400 Teilnehmer, die auch in den Dialog mit der rund 1000 Teilnehmer umfassenden Hauptveranstaltung treten konnten. Das für und wider dieses immerhin noch für 3750 $ abgerechneten Events beschreibt aus Sicht eines Teilnehmers Liz Gannes auf NewTeeVee. Ich persönlich finde ein anderes Angebot – die Freischaltung des Livestreams für Firmen, Institutionen oder private Interessenten für 995 $ – interessant und beispielgebend für eine Vielzahl von Fachkongressen.

Eine solche Einbindung erlaubt zwar nicht das aktive Networking, und das besondere Flair eines hochkarätigen Events wird auch nicht per Stream übertragen. Aber die Einbindung von Mitarbeitern oder Kunden, die gemeinsam live die Highlights eines Kongresses erleben, kann durchaus inszeniert werden wie die Fussball-WM. Zwar fehlen die Tore – aber gemeinschaftliches Erleben und Wissenstransfer von den “Großen” sind ja auch nicht schlecht.

Für Veranstalter kann sich dies zu einer neue Erlösquelle entwickeln, die den Aufwand des späteren Marketings durch nachträgliches Streaming aller oder zumindest der besten Beiträge mit abdeckt. So gedacht, sind kostenfreie Live- und freie, zeitversetzte Streamings ein attraktives Angebotspaket auch für kleinere Kongressveranstalter.

11. Februar 2009 at 14:40 Hinterlasse einen Kommentar

USA: 96 Videos pro Monat und Kopf

Die neuen Comscore-Zahlen zeigen erneut einen starken Anstieg der Webvideo-Nutzung in den USA: Im Dezember wurden 14,3 Mrd. Videos betrachtet

Die Videonutzung im Internet klettert auf immer neue Höhen. Das NASDAQ-notierte und auf digitale Märkte spezialiserte Analyseunternehmen Comscore verzeichnet in seinen kürzlich veröffentlichen Daten zur US-Webvideonutzung im Dezember einen Anstieg um 13% gegenüber dem Vormonat auf nunmehr 14,3 Mrd. abgerufene Internetvideos.

Den stärksten Beitrag zu diesem starken Anstieg leistete YouTube – allein 49% des Gesamtzuwachses gingen auf das Konto des Marktführers. Mit 41,2% Marktanteil über alle Google-Sites (davon 99% YouTube) ist der Vorsprung gigantisch – weit abgeschlagen folgen Fox Interactive Media mit 3,1%, die Yahoo! Sites mit 2,3%, Viacom Digital mit 2,0%, die Microsoft Sites und Hulu.com mit je 1,7%, AOL LLC mit 1,4%, das Turner Network mit 1,3 und Disney Online mit 1,0%. YouTube erreicht ca. 3mal soviel Marktanteil wie die neun darauf folgenden Mitbewerber in Summe (!).

Die Reichweiten bieten ein weniger ausgeprägtes, aber immerhin nach wie vor eindeutiges Bild. Die Google-Sites inkl. YouTube haben erstmals knapp über 100 Mio. Onlinevideo-Betrachter erreicht, der durchscnittliche Betrachter konsumierte den Monat über hier 59 Videos. Fox Interactive Media, Yahoo!, AOL und Microsoft folgen – aber lediglich mit 6,3 bis 8,4 Videos pro Monat und Kopf.

Im Dezember wurden 78,5 Prozent der US-Internetnutzer mit Onlinevideos erreicht. Der durschnittliche Onlinevideo-Konsument hat 309 Minuten (mehr als 5 Stunden) aufgewendet, wobei das durchschnittliche Video eine Länge von 3,2 Minuten hatte. Nur bei Hulu.com, jenem Portal, auf dem auch viele Fernsehformate abzurufen sind, hatte das durschnittliche Onlinevideo eine Länge von 10,1 Minuten – deutlich über dem Schnitt aller anderen Top-10-Portale.

Onlinevideo – ein Boom ohne Ende? Zumindest für den Januar 2009 gehen die Experten von einem weiteren Anstieg aus. Hatte der Vorjahres-Januar noch eine kurzzeitige Trendwende gebracht, brach in diesem Jahr die Vereidigung von Präsident Obama alle Onlinevideo-Rekorde und lockte allein über 200 Mio. Zuschauer weltweit vors Internet.

7. Februar 2009 at 19:39 Hinterlasse einen Kommentar

Ältere Beiträge


Aktuelle Beiträge

Kategorien


Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.