Zahlen, Zahlen, Zahlen - wer zahlt?
17. Mai 2008
Analysten prophezeien Goldene Zeit für Online Videowerbung
Tolles Ding, das mit der (Online) Videowerbung, neudeutsch: Online Video Advertising. Grade überbieten sich am anderen Ende des großen Teichs die Analysten mit Ihren Prognosen: 1,3 Mrd. $ fließen dies Jahr in den USA in diesen Markt, dreimal so viel wie ein Jahr zuvor, schreiben Borrell Associates . Und damit nicht genug: Forrester Research sieht 2012 ein Volumen von 7,1 Mrd, der eMarketer kommt gar auf 9,444 Mrd. mehr oder minder harte Dollar.
Erst acht Monate zuvor waren die Jungs von eMarketer noch echt bescheiden gewesen - damals sah man in den USA gerade mal 2,1 Mrd. für 2012 voraus und schätzte das Volumen in 2008 auf 260 Mio. Dollar. Kleiner Ausgleich für diese vergleichsweise bescheidene Schätzung: Zahlen für Asien und Europa wurden gleich mitgeliefert. Und für Europa sah man dank Breitband eine noch stürmischere Entwicklung voraus: von 200 Mio. in 2008 auf 2.460 Mrd in 2012. Wo gibt’s noch Märkte, deren Volumen sich in vier Jahren mehr als verzehnfacht?
Nun - toll diese Zahlen. Aber wer zahlt? Der Handwerksbetrieb, der Rechtsanwalt oder die Kneipe um die Ecke, die seit zwei Jahren ununterbrochen “Frohe Weihnachten” auf ihrer Internetseite wünschen? Oder die Markenartikler, die immer noch nicht verstanden haben, dass es Festplattenrekorder gibt und weiterhin Geld für klassische TV-Werbung verplempern?
Marketing wird (leider) von vielen sehr konventionell verstanden und betrieben, hat es doch mit Geld ausgeben zu tun. Wie lange mag es dauern, bis es Allgemeingut ist, dass Videos im Internet zur Konvention* geworden sind?
* Wikipedia: “Konventionen definieren mögliche Verhaltensweisen in einer sozialen Situation und geben Verhaltensregelmäßigkeiten an”
Entry Filed under: Markt und Zahlen. Schlagworte: Marktvolumen, Online Video Advertising, Online Videowerbung, Studien.
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